Ozon-Hochdosis-Therapie (MAH)

Ozon-Hochdosis-Therapie (MAH): 
Wie ein gezielter Reiz die Selbstheilung aktiviert

Das Paradox der Ozontherapie

 

Ozon (O3), ein hochreaktives Sauerstoffmolekül, ist den meisten als starkes Oxidationsmittel bekannt. Wie kann eine solche Substanz therapeutisch wirken? Die Antwort liegt im Prinzip der „oxidativen Präkonditionierung“: Die Ozon-Hochdosis-Therapie (Große Eigenbluttherapie, MAH) nutzt eine kleine, exakt dosierte Menge Ozon, um im Körper eine kontrollierte, kurzzeitige oxidative Reaktion auszulösen. Dieser gezielte Reiz aktiviert die körpereigenen Abwehr- und Reparatursysteme auf tiefgreifende Weise.

 

Der Mechanismus: 

Aktivierung körpereigener Antioxidantien

 

Bei der MAH wird eine kleine Menge Blut entnommen, mit einem präzisen Ozon-Sauerstoff-Gemisch versetzt und dem Körper wieder zugeführt. Das Ozon reagiert sofort mit den Blutbestandteilen und erzeugt dabei reaktive Sauerstoffspezies und Lipidoxidationsprodukte (LOPs). Diese Moleküle wirken als Signalgeber und aktivieren den Transkriptionsfaktor Nrf2 (Nuclear factor erythroid 2-related factor 2).

 

Nrf2 ist der Hauptregulator des zellulären antioxidativen Abwehrsystems. Seine Aktivierung führt zu einer Hochregulation der Produktion körpereigener Antioxidantien wie:

 

 - Superoxiddismutase (SOD)

 - Katalase (CAT)

 - Glutathionperoxidase (GSH-Px)

 

Anstatt also von außen Antioxidantien zuzuführen, regt die Ozontherapie den Körper an, seinen eigenen Schutzschild gegen chronischen oxidativen Stress massiv zu stärken.

 

Die Evidenz: 

Eine klinische Studie bei akutem Hirninfarkt

 

Die Wirksamkeit dieses Mechanismus wurde in einer randomisierten kontrollierten Studie von Cheng und Kollegen untersucht, die sich mit der Behandlung von Patienten mit akutem Hirninfarkt befasste. Die Studie lieferte beeindruckende Daten, die den klinischen Nutzen direkt mit den biochemischen Mechanismen in Verbindung bringen:

 

Klinische Verbesserung: 

Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten Patienten, die eine Ozon-Eigenbluttherapie erhielten, eine signifikant bessere neurologische Erholung. Die NIHSS-Scores (ein Maß für die Schwere des Schlaganfalls) sanken um 30 % stärker, und die Werte für die motorische Funktion (Barthel-Index) stiegen um 25 % mehr.

 

Reduzierte Nervenschädigung: 

Die Spiegel der neuronalen Schadensmarker NSE und S100-β im Blut sanken in der Ozon-Gruppe um 25 % bzw. 30 %, was auf einen neuroprotektiven Effekt hindeutet.

 

Mechanistischer Beweis: 

 

Entscheidend war, dass die Forscher in der Ozon-Gruppe einen signifikanten Anstieg der Spiegel von Nrf2 nachweisen konnten, was die Aktivierung der körpereigenen Schutzsysteme direkt belegt.

 

Fazit: 

Eine intelligente immunmodulatorische Therapie

 

Die Ozon-Hochdosis-Therapie ist weit mehr als eine unspezifische Desinfektion. Sie ist eine intelligente biologische Therapie, die den Körper durch einen präzisen Reiz dazu anregt, seine eigenen, hochwirksamen antioxidativen und entzündungshemmenden Systeme zu aktivieren. Im IMTZ nutzen wir dieses fundierte Prinzip, um chronische Entzündungsprozesse zu modulieren und die Regenerationsfähigkeit des Körpers zu fördern.

 

Quellen:

 

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40786087/

 

https://www.frontiersin.org/journals/medicine/articles/10.3389/fmed.2025.1595568/full

 

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12331603/

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