Hämoperfusion
Hämoperfusion zur Elimination von PFAS: Ein datengestützter Blick auf die Entgiftung von „Ewigkeitschemikalien“
Die unsichtbare Belastung
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt, da sie in der Umwelt und im menschlichen Körper extrem langlebig sind. Ihre weite Verbreitung in Konsumprodukten hat zu einer globalen Kontamination geführt, die mit einer Reihe von Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht wird, darunter Immunfunktionsstörungen, Leber- und Nierenschäden sowie ein erhöhtes Krebsrisiko. Angesichts der langen Verweildauer dieser Stoffe im Körper sind effektive Methoden zur Reduzierung der Körperlast von entscheidender Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die wissenschaftliche Evidenz für die Hämoperfusion als vielversprechenden Ansatz zur gezielten Entfernung von PFAS aus dem Blutkreislauf.
Der Mechanismus:
Gezielte Adsorption von Schadstoffen
Die Hämoperfusion ist ein extrakorporales Blutreinigungsverfahren, bei dem das Blut des Patienten außerhalb des Körpers durch eine spezielle Kartusche geleitet wird. Diese Kartusche enthält Sorbentienmaterialien – hochporöse Polymere –, die durch hydrophobe und elektrostatische Wechselwirkungen gezielt Schadstoffe wie PFAS an ihre Oberfläche binden und so aus dem Blut entfernen. Das gereinigte Blut wird dem Körper anschließend wieder zugeführt. Dieser Prozess ermöglicht eine schnelle und effiziente Reduktion toxischer Substanzen, die aufgrund ihrer starken Bindung an Blutproteine für andere Entgiftungsmethoden schwer zu erreichen sind.
Die Evidenz:
Eine wegweisende In-vitro-Studie
Die wissenschaftliche Grundlage für den Einsatz der Hämoperfusion zur PFAS-Elimination wird durch eine wichtige in-vitro-Studie (Laborstudie) gestützt, die im März 2024 in der Fachzeitschrift Blood Purification veröffentlicht wurde. In dieser Untersuchung, die als entscheidender „Proof-of-Concept“ dient, simulierten die Forscher den Prozess der Hämoperfusion, um die Effektivität einer Sorbenskartusche (Jafron Medical) bei der Entfernung von PFAS zu testen.
Die Ergebnisse waren beeindruckend und zeigten eine außergewöhnlich hohe Reinigungseffizienz:
Innerhalb der ersten 60 Minuten der Zirkulation wurde eine Eliminationsrate von nahezu 90 % für die wichtigsten PFAS-Verbindungen erreicht.
Nach 120 Minuten führte das Verfahren zu einer nahezu vollständigen Entfernung aller gemessenen Schadstoffe.
Die Autoren der Studie schlussfolgerten, dass dieses in-vitro-Modell die potenzielle Anwendung dieser Technik in vivo (im Menschen) nahelegt, um die Konzentrationen von PFAS bei exponierten Patienten signifikant zu reduzieren.
Klinische Relevanz und Ausblick
Obwohl es sich hierbei um eine Laborstudie handelt, ist ihre Bedeutung immens. Sie liefert den wissenschaftlichen Beleg dafür, dass der Mechanismus der Hämoperfusion prinzipiell in der Lage ist, PFAS hocheffizient aus dem Blut zu filtern. Im IMTZ nutzen wir diesen evidenzbasierten Ansatz, um Patienten mit nachgewiesener PFAS-Belastung eine fortschrittliche und effektive Möglichkeit zur Reduzierung ihrer toxischen Körperlast anzubieten und so die Grundlage für eine nachhaltige Wiederherstellung der Gesundheit zu schaffen.
Quellen:
https://www.researchgate.net/publication/379045756_Extracorporeal_removal_of_per-_and_polyfluoroalkyl_substances_PFAS_by_hemoadsorption_in_vitro_kinetic_model
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38493768/
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